"Trauma-informed Care"
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Mehr als jeder zweite Mensch wird im Laufe seines Lebens mit mindestens einem potenziell traumatischen Ereignis konfrontiert!
„Trauma-informed Care“ (traumainformierte Versorgung) ist ein Ansatz in der Versorgung und Unterstützung von Menschen, der die weitreichenden Auswirkungen von Traumata auf das Verhalten und das Wohlbefinden der Betroffenen anerkennt. Durch die Implementierung dieses Konzeptes können wir "Mentale Barrierefreiheit" schaffen. Dieser Ansatz orientiert sich an mehreren Grundprinzipien:
1. Sicherheitsgefühl schaffen: Es wird darauf geachtet, ein sicheres Umfeld zu schaffen, in dem sich die Menschen geschützt und wohl fühlen können.
2. Vertrauensvolle Beziehungen aufbauen: Die Betreuungspersonen streben an, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen, um die Klient:innen zu unterstützen und eine positive Interaktion zu fördern.
3. Wissen um Trauma und seine Auswirkungen: Die Fachkräfte sind geschult, die möglichen Auswirkungen von Traumata zu verstehen, um angemessen und einfühlsam reagieren zu können.
4. Empowerment und Wahlmöglichkeiten bieten: Den Betroffenen werden Optionen gegeben, um ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und sich selbstbestimmt zu fühlen.
5. Zusammenarbeit fördern: Es wird Wert auf eine enge Zusammenarbeit und Unterstützung durch ein Netzwerk gelegt, um eine ganzheitliche Betreuung zu gewährleisten.
In Deutschland findet dieses Konzept zunehmend Beachtung in verschiedenen Bereichen, insbesondere in der psychischen Gesundheitsversorgung, sozialen Arbeit und in der Arbeit mit geflüchteten Personen. Einrichtungen wie Jugendämter, Sozialdienste und psychiatrische Kliniken integrieren diese Prinzipien, um eine besser auf die Bedürfnisse von Menschen mit traumatischen Erfahrungen abgestimmte Betreuung zu bieten. Die Umsetzung von „trauma-informed care“ kann dabei helfen, das Wohlbefinden der Betroffenen zu verbessern und eine unterstützende und respektvolle Umgebung zu schaffen.
Dabei ist besonders herauszustellen, dass nicht nur Fachkräfte, die direkt mit Betroffenen arbeiten, entsprechend fortgebildet werden sollen. Eine traumainformierte Institution bietet allen dort tätigen Berufsgruppen, von Pförtner:innen bis zu Behördenleitung, Zugang zu diesem Wissen.
Chicago ist eine der ersten traumainformierten Städte in welcher alle Behörden zum Ziel haben traumainformiert zu arbeiten.